MERKBLATT


Sehr geehrter Patient,

Sie stellten sich heute in unserer Praxis zur Behandlung einer Fehlfunktion der Kaumuskulatur des Unterkiefers vor, die Ihnen vielleicht bereits erhebliche Schmerzen bereitet hat. Solche funktionellen Störungen können bis zur Bewegungseinschränkung des Unterkiefers führen, so dass der Mund nicht mehr geöffnet werden kann. Häufig projiziert sich der Schmerz aber auch auf einzelne Zähne und wird als Zahnschmerz fehlgedeutet. Ursächlich für die Beschwerden der als Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) bezeichneten Erkrankung sind vielfach Störkontakte beim Zusammenbeißen der Zähne, eine dauerhafte Fehlbelastung oder Überbeanspruchung der Kaumuskulatur, aber auch ganz allgemeiner Stress. Begleitend zum Schmerzmedikamenteneinsatz besteht die Therapie aus insgesamt 4 Stufen, die wahlweise wiederholt werden können:


(1)  Funktionelle Muskelübungen. Hierzu erhalten Sie von uns einen Übungsbogen, der die durchzuführenden Muskelübungen beschreibt. Mindestens 5 der 7 beschriebenen Muskelübungen sollten 5 bis 6 mal täglich vorgenommen werden.

(2)  Anlegen eines mittelfrequenten Reisstromgerätes zur elektrischen Muskelstimulation. Diese wird an drei aufeinanderfolgenden Tagen in der Praxis durchgeführt; anschließend kann Ihnen solch ein Gerät für einen Monat (im Ausnahmefall länger) zur einmaligen Anwendung pro Tag nach Hause ausgeliehen werden.

(3)  Anfertigung einer Aufbißschiene, um Störkontakte auszugleichen und ggf. die Position der Kiefergelenkköpfchen in der Gelenkpfanne zu korrigieren (zentrieren).

(4)  Zeitlich begrenzte Reduktion der Muskelkontraktibilität (d.h. Fähigkeit der Muskulatur, sich zusammenzuziehen) der schmerzenden Muskeln oder Muskelgruppen durch Injektion von Botulinumtoxin Typ A. Zur Zeit ist bei dieser Indikation von einer Wirksamkeit des Medikamentes von 4 bis 6 Monaten auszugehen. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der muskulären Balance innerhalb der gesamten Kaumuskulatur.


Entsprechende Termine erhalten Sie in unserer Praxis.